Quelle: Schweizerischer Zivilschutzverband

 

Aus dem Leid des 2. Weltkrieges entstanden

Die Bombardierung hinterliess ein apokalyptisches Bild der Zerstörung. Der 2. Weltkrieg endete am 8. Mai 1945. Er forderte 55 Millionen Tote, 20 Millionen davon Zivilpersonen.

 

krieg

 

Nach Kriegsende wurde der Luftschutz zum Truppenteil der Luftschutzverband jedoch aufgelöst. Anfang der Fünfzigerjahre bemühte man sich um die Reanimation dieser Vereinigung; einzelne Kantonalverbande waren nie aufgelost worden. Und die neuen Bedrohungen unterlegt mit dem noch nicht allzu lange zurückliegenden Schrecken der Bombardemente des Zweiten Weltkrieges, wirkten. Dazu kamen der Eiserne Vorhang und der Koreakrieg.

 

kennedyvietnam

 

So schritten denn die Arbeiten zur Bildung eines schweizerischen Verbandes für den Zivilschutz rasch voran. Zum einen gab es in den Kantonen Aargau. Basel, Bern und Solothurn schon Kantonalverbände. Und dass der Ausdruck „Luftschutz“ ersetzt werden musste, blieb weitgehend unbestritten.

 

Gründung am 21 November 1954

Am 21 November 1954 wurde der Schweizerische Bund für Zivilschutz (SBZ) gegründet. Eine eigene Zivilschutz Zeitschrift gab der SBZ bereits im Gründungjahr heraus. Dass er schon auf breite Unterstützung und Zustimmung zählen konnte, beweisen die zwölf Gründungsmitglieder: Ausser den genannten vier kantonalen Zivilschutzverbänden waren dies die Luftschutzverbände der Kantone Schaffhausen, Thurgau und jene der Westschweiz sowie das Schweizerische Rote Kreuz, der Schweizerische Samariterbund und der Schweizerische Aufklärungsdienst.

Bemerkenswert ist auch dass der Schweizerische Katholische Frauenbund und der Schweizerische Gemeinnützige Frauenverein zu den Gründungsmitgliedern gehörten. Zudem überrascht, dass Ende 1954 schon 284 Kollektiv- und 1663 Einzelmitglieder dem Verband angehörten.

 

… und trotzdem Hürden

Dem Zivilschutz als solchem schien grosse Akzeptanz zuzukommen — politisch hatte er aber grosse Hürden zu meistern. Dies schlug auch auf die Verbandsarbeit durch. 1957 wurde dem Volk eine Grundlage für den Zivilschutz vorgelegt, die als Artikel 22 bis in die damalige Bundesverfassung hätte eingefügt werden sollen. Dem Schweizerischen Bund für Zivilschutz wurde die Leitung der Abstimmungskampagne übertragen.

Bei einem Ständemehr brachte das Volksnein (389633 Nein zu 361‘028 Ja) die Vorlage jedoch zu Fall. Die Zeit für den Abstimmungskampf war sehr knapp bemessen gewesen, und das vorgesehene Frauenobligatorium (das Frauenstimmrecht war ja noch in weiter Ferne) störte doch viele. 1959 dann kam der Zivilschutzartikel — ohne Frauenobligatorium — in der Volksabstimmung durch. Damit wurde der Zivilschutz in der Schweiz auf eine verfassungsrechtliche Grundlage gestellt.

1963 nahm das Bundesamt für Zivilschutz seine Tätigkeit auf, und an seiner Delegiertenversammlung vom 22. Oktober 1977 änderte der SBZ den Namen in Schweizerischer Zivilschutzverband (SZSV).

 

Tue Gutes und sprich darüber

Die Aufklärungs- und Informationsarbeit blieb, wie der Zweckartikel zeigt, bis heute eines der zentralen Anliegen des Verbandes. Sie diente in der hektischen Zeit des Aufbaus des Zivilschutzes als Schwungrad — von Gesetzen und Verordnungen über die Schaffung der entsprechenden Ämter (nicht zu vergessen die Truppenordnung als Grundmauer) bis hin zur Umsetzung.

Diese Hektik, wie auch der ganze weitere Weg des Zivilschutzes und seiner Verbände, war geprägt vom Anwachsen des Nuklearpotenzials. Das Ganze kulminierte in der Situation des potenziellen Overkills. „Der Zivilschutz ist ein Mittel zur Kriegsvorbereitung“ hiess es jetzt in unterschiedlichen Formulierungen aus der fundamentalistischen Ecke, und „Ich habe für mich den Zivilschutz abgeschafft“ war zu lesen.

Da hatten Verband und Sektionen beziehungsweise deren Mitglieder viel mühsame Überzeugungsarbeit zu leisten, sei es in Kursen, sei es in den Medien. Und es darf wohl gesagt werden: Diese Überzeugungsarbeit war erfolgreich; zwar weniger in der veröffentlichten als der öffentlichen Meinung. Entgegen der Vorstellungen vieler Politiker stand das Volk zu seinem Zivilschutz, das zeigten Umfragen und Abstimmungen immer wieder.

 

Die Mittel werden knapptschernobyl

„ Mehr Leistung für weniger Geld “ : So lautete der Tenor ab Ende der Achtzigerjahre. Gleichzeitig begann die Wahrscheinlichkeit eines militärischen Konflikts in Europa immer kleiner zu werden. Auf der anderen Seite wurde dadurch der Reform und Umgestaltungseifer angestachelt. „Viele fühlen sich berufen......" ist man versucht zu zitieren. „Kleiner professioneller kostengünstiger“ und so fort lauteten und lauten heute noch die Schlagworte. Dass sich einige davon widersprechen, bleibt undiskutiert.

 

Die Zukunft hat begonnen

Damit hat die Zukunft des Zivilschutzes vor gut zehn Jahren angefangen. Die Reformen begannen sich wie gezeigt, geradezu zu jagen. Und nie vorher war der Zivilschutz so häufig und wirkungsvoll im Einsatz. worldtradecenterTrotzdem war (und ist) es in gewissen Medien und bei vielen Politisierenden Trend, gegen den Zivilschutz zu sein. 

Der Zivilschutz hat nicht nur nach Katastrophen und in andern Notlagen gezeigt, was er zu leisten vermag. Er hat in seinen Anlagen erfolgreich Schutz- und Asylsuchende betreut. Und wie manches Fest, wie manche Sportveranstaltung, wie mancher Wanderweg wurde durch den Zivilschutz (zumindest kostenmässig) „gerettet‘? 

Viel Goodwill und sogar Anerkennung erntete der Zivilschutz, selbst von Seiten fundamentalistischer Zivilschutzgegner, aufgrund seiner  Leistungen im Kulturgüterschutz. Der SZSV hat der Gestaltung des „Duos“ Bevölkerungs- und Zivilschutzgesetz nach Kräften mitgewirkt. Das Bevölkerungs- und Zivilschutzgesetz (BZG) ist 2003 vom Volk mit überwältigendem Mehr gutgeheissen worden. Nun geht es darum, dass die Kantone ihre Anschlussgesetze in Kraft setzen und ihnen Nachachtung verschaffen. 

 

top                               zurück

2010 RZSO Thal