Auftrag und Aufgaben des Zivilschutzes

Quelle: Schweizerischer Zivilschutzverband

 

Aufgabenspektrum : Schutz, Betreuung und Unterstützungzs

Der Zivilschutz wirkt in den Bereichen Schutz, Betreuung und Unterstützung. Er ist schwergewichtig als Einsatzmittel der zweiten Staffel im Verbundsystem des Bevölkerungssystems positioniert. Insbesondere soll er die Durchhaltefähigkeit der anderen Partnerorganisationen bei grossen und langandauernden Katastrophen und Notlagen erhöhen.

Er erfüllt folgende Aufgaben:

 

Bereitstellung der Schutzinfrastruktur und die Mittel zur Alarmierung der Bevölkerung

Bei Katastrophen und in Notlagen können die Behörden anordnen Schutzräume und Schutzanlagen bereitzustellen und zu beziehen Der Zivilschutz sorgt dafür, dass die dazu notwendige Schutzinfrastruktur bereitsteht und die zur Alarmierung der Bevölkerung notwendigen Systeme funktionieren.

 

Betreuung von schutzsuchenden und obdachlosen Personen

Der Zivilschutz nimmt schutzsuchende und obdachlose Personen auf und betreut sie. Dazu stehen öffentliche Gebäude, Schutzräume und Schutzanlagen, aber auch Räumlichkeiten der Armee zur Verfügung.

 

Schutz von Kulturgütern

Der Bund schafft die Rahmenbedingungen, um Kulturgüter von nationaler und regionaler Bedeutung zu schützen. Sollte es zu einem bewaffneten Konflikt kommen, ordnet er Schutzmassnahmen an, wie sie im internationalen Haager Abkommen vorgesehen sind. Nach diesen Vorgaben des Bundes treffen die Kantone zusammen mit kulturellen Institutionen und Privaten die notwendigen Massnahmen.

 

Verstärkung der Führungsunterstützung und der Logistik

Angehörige des Zivilschutzes können zur Führungsunterstützung beigezogen werden. Bei Bedarf erbringt der Zivilschutz auch logistische Leistungen für die anderen Partnerorganisationen des Bevölkerungsschutzes.

Unterstützung der anderen Partnerorganisationen insbesondere bei Katastrophen und Notlagen

Auch in anderen Bereichen unterstützt der Zivilschutz nötigenfalls die Partnerorganisationen. Er kann insbesondere für Langzeiteinsätze (Tage bis Wochen) selbstständig oder zusammen mit anderen Organisationen eingesetzt werden.

 

Instandstellungsarbeiten sowie Einsätze zu Gunsten der Gemeinschaft

Instandstellungsarbeiten:

Nach Überschwemmungen, Stürmen, Lawinen oder anderen zerstörerischen Naturereignissen gilt es, durch eine möglichst rasche lnstandstellung Folgeschäden zu vermeiden.

Einsätze zu Gunsten der Gemeinschaft:

Bund, Kantone und Gemeinden können den Zivilschutz für Dienstleistungen einsetzen, die der Gemeinschaft zugute kommen, zum Beispiel bei kulturellen und sportlichen Grossveranstaltungen.

 

Organisation

Kantone zuständig

Für den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz sind gemäss Volksbeschluss seit 2004 in erster Linie die Kantone zuständig. Im Bundesgesetz über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz sind die Rechte und Pflichten der Schutzdienstpflichtigen, die Ausbildung, die Schutzbauten, die Alarmierung, das Material sowie die Alarmierungs- und Telematikeinrichtungen gesamtschweizerisch geregelt. Auch der Kulturgüterschutz ist in einem schweizerischen Gesetz und in einer entsprechenden Verordnung geregelt. Die Kantone sind für die Umsetzung dieser rechtlichen Vorgaben des Bundes zuständig.

organigramm

Effizientere Dienstleistungen dank besserer Ausbildung

Der Zivilschutz bleibt eine Milizorganisation. Um den gestiegenen Anforderungen an die Zivilschutzangehörigen gerecht zu werden, wird die Ausbildung fachlich vertieft und verbreitert und die Dauer der Grundausbildung massvoll verlängert. Mit einem regelmässigen Training sollen zudem eine hohe Einsatzbereitschaft und eine effiziente Hilfeleistung gewährleistet werden. Der Zivilschutz wird zwar kleiner, seine Dienstleistungen zu Gunsten der Bevölkerung aber effizienter. 

 

Flexibles und vielseitig einsetzbares Unterstützungsmittel

Das vielseitige Aufgabenspektrum des Zivilschutzes orientiert sich an den bisherigen Kernkompetenzen. Im Vordergrund stehen der Schutz und die Betreuung (inklusive sanitätsdienstliche und pflegerische Aufgaben), der Kulturgüterschutz, die Unterstützung durch Pionierformationen (z.B. für Instandstellungsarbeiten und Einsätze zu Gunsten der Gemeinschaft) sowie die Führungsunterstützung. Da Katastrophen in der Regel geografisch beschränkte Auswirkungen haben, wird der Zivilschutz regionalisiert und soll auch räumlich flexibler zum Einsatz gelangen.

 

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